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Ade, Kleinbahn!

Mitte Dezember: jährliche Änderung des Fahrplans der staatlichen Bahngesellschaft (MÁV). Der 13. Dezember war dieses Jahr ein schwarzer Tag für viele in Ungarn: ab diesem Tag wurden mehrere Bahnlinien des Landes geschlossen. Betroffen sind die Linien, die laut der MÁV nicht ausreichend genutzt wurden.
Ein Opfer dieses Abbaus wurde auch die archaische Kleinbahn von Bugac, die bei vielen so beliebt war.
 

 
Die Kleinbahn wurde Anfang des 20. Jahrhunderts gebaut, um die Puszta in das Wirtschaftsleben einzubinden und den Bauern die Möglichkeit zu geben, ihre Früchte, Gemüse und anderen Produkte aus Bugacpuszta (und Umgebung) zum Markt nach Kecskemét zu transportieren oder bei den damals sehr wichtigen Konserven- und anderen Lebensmittelfabriken abgeben zu können. Die Bahnlinie ist mit ihren fast 100 Kilometern Länge eine der größten Kleinbahnlinien Europas.
Nachdem in Bugacpuszta ein Touristenzentrum für Tanya-Tourismus ausgebaut wurde, wurde sie ein beliebtes Verkehrsmittel der Touristen, die nach Bugac fahren wollten. Jedoch dank der technischen Entwicklungen und des Ausbaus eines besseren Straßensystems verlor sie mit der Zeit ihre Rolle.
Der jetzige Schritt der MÁV ist für die Pusztabewohner eine Katastrophe. Da hier viele Menschen kein Auto besitzen und die Tanyas mit dem Bus nicht erreichbar sind, bleiben sie in der Puszta von der äußeren Welt abgeschnitten. Welche Lösung jedoch die beste hätte sein können, weiß man nicht, da auch von den Fahrgästen anerkannt werden musste, dass die Ausnutzung sehr gering ist.
Die Kleinbahn trug unübersehbar die Spuren der vergangenen Jahrzehnte: ihr Zustand war nicht mehr der beste. Die MÁV konnte für notwendige Reparaturarbeiten kaum mehr Mittel bereitstellen, von einer technischen Weiterentwicklung war wegen der geringen Anzahl der Reisenden nicht einmal zu träumen. Aber gerade wegen ihrer altertümlichen Technik war die Bahn neben ihrer eigentlichen Funktion zu einer beliebten Sehenswürdigkeit für Touristen geworden. Man hätte sie ein lebendes Museum nennen können.
Mit der Bahn geraten langsam auch die blühenden Zeiten der Landwirtschaft in der Puszta in Vergessenheit, bald wird nichts mehr an sie erinnern. Die jüngere Bevölkerung verlässt die Umgebung, zieht lieber in die Städte; die Alten bleiben – in Armut – bei der Landwirtschaft, jedoch ohne Aprikosen- und Apfelbäume, die längst gefällt wurden. Es gibt nur noch wenige Abgabestellen, und der Ankaufspreis ist so niedrig, dass es nicht mehr lohnt, Früchte anzubauen.
Im heutigen Ungarn scheint die Zukunft der Bahn auch nicht besser zu sein. Jetzt ist es nur die Stilllegung, später jedoch gibt es aller Voraussicht nach keine Möglichkeit mehr, die Linien wieder in Betrieb zu nehmen (wenn denn jemand mal wollte…); Metall hat in Ungarn noch immer seinen Wert, das wissen auch die Metallsammler. Die Schienen werden sicher nicht mehr lange an ihrem Platz liegen ...
Die Kleinbahn startete ihre letzte Fahrt mit Blumen geschmückt, jedoch das Glück ist nicht mehr mitgefahren. Sie entgleiste auf ihrer letzten Fahrt, wahrscheinlich gleich in die Vergessenheit.
 
Viktória Molnár

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