Lassen Sie sich für unseren Newsletter registrieren
  FOTO DES MONATS
  FRAGE DES MONATS
  ARTIKEL DES MONATS
  WICHTIGE LINKS
www.malev.hu
www.budapester.hu
www.pesterlloyd.net
  WÄHRUNGSRECHNER
 STATISTIK

Pavillon - aktuelle Ausgabe

Dezember 2011
Advent bis Weihnachten - Aufschlussreiches über die schönste Zeit des Jahres

Advent Rainer Maria Rilke (KISEBB) Es treibt der Wind im Winterwalde Die Flockenherde wie ein Hirt, Und manche Tanne ahnt, wie balde Sie fromm und lichterheilig wird, Und lauscht hinaus. Den weißen Wegen Streckt sie die Zweige hin - bereit, Und wehrt dem Wind und wächst entgegen Der einen Nacht der Herrlichkeit. Adventszeit Die Adventszeit (und auch ein neues Kirchenjahr) beginnt mit dem ersten Sonntag nach dem 26. November und endet immer am 25. Dezember. Sie enthält somit vier Sonntage, wobei am ersten Sonntag die Wiederankunft Christi, am zweiten und dritten Sonntag Johannes der Täufer im Mittelpunkt der Hl. Messen stehen, der vierte Sonntag ist Maria, der Mutter Gottes, gewidmet. Bereits im Jahre 380 wurden Gläubige in der Niederschrift von Saragossa angehalten, sich während des Advent (lat. adventus: die Ankunft) auf die Geburt des Heilands vorzubereiten, damals am 6. Januar, dem Tag der Erscheinung des Herrn. Die Adventsliturgie wurde im 6. Jahrhundert von Papst Gregor dem Großen festgesetzt. Er bestimmte auch die Anzahl der Adventssonntage. Davor gab es eine wechselhafte Anzahl von bis zu 6 Adventssonntagen. Die 4 Wochen deuten symbolisch auf 4000 Jahre, die die Menschheit nach kirchlicher Rechnung auf die Ankunft des Erlösers warten musste. Papst Pius V. verfasste später endgültig die römische Adventsliturgie für die Kirche. Adventskranz Der erste Adventskranz in Deutschland wurde von Johann Hinrich Wichern im Jahr 1839 vor der Betreuungsanstalt für Waisenkinder "Raues Haus" aufgestellt. Da ihn die Kinder während der Adventszeit immer wieder fragten, wie lange es denn noch bis Weihnachten sei, baute er 1839 einen Holzkranz mit 19 kleinen roten und vier großen weißen Kerzen. Täglich wurde eine der kleinen, sonntags eine der großen Kerzen entzündet. Somit war der Adventskranz geboren. Seit seiner Erfindung musste der Adventskranz zahlreiche Änderungen über sich ergehen lassen. So wurde aus dem Holzkranz 1851 ein gebundener Kranz aus dünnen grünen Tannenzweigen, welche als Symbol des Lebens und der Hoffnung gelten. Aus Platzgründen wurden später nur noch vier Kerzen (für jeden Adventssonntag eine) angebracht. Zwischenzeitlich wurden Adventkränze auch mit Äpfeln und Nüssen verziert, wovon man später wieder abkam. Seit dem Jahr 1937 findet die Adventskranzweihe der häuslichen Adventskränze am Samstag vor dem 1. Adventssonntag statt. Heute üblich sind gebundene grüne Adventskränze aus Tannenzweigen (auch Weidenzweige, Moos, Kunststoffe oder Baumwurzeln werden verwendet) mit vier Kerzen, wobei die Kerze des letzten Adventssonntags manchmal eine eigene Farbe besitzt. Christstollen Typisch für die Adventszeit ist auch das Backen von Christstollen, einem lange haltbaren Kuchen. Der Name stammt aus dem Germanischen und bedeutet Stütze oder Pfosten. Stollen wurden als Opfergaben gebacken, um jene Götter wohlgesonnen zu stimmen, die für die Stabilität der Stützen von Gebäuden zuständig waren. Die Christen deuteten die germanischen Stützsäulen in das gewickelte Jesuskind um. Auch heute noch ist der Stollen in seiner Bedeutung als „Gebildebrot“ umstritten. Erstmalig wurde die Herstellung des Stollens 1329 urkundlich erwähnt und zwar bekamen die Naumburger Bäcker ein Zunftprivileg dafür vom Bischof zu Naumburg. Der wiederum bekam dafür jährlich kostenlos zu Weihnachten zwei große Stollen geliefert! Adventssingen Als Einstimmung auf die stille Adventszeit findet in vielen Regionen Österreichs und teilweise auch Deutschlands das traditionelle Adventssingen statt. Das Salzburger Adventsingen wurde 1946 als kleine, private Feier aus der Taufe gehoben und avancierte mit jährlich 40.000 Zuschauern im Großen Festspielhaus als drittwichtigste kulturelle Veranstaltung des Landes. (Mehr Infos: http://www.salzburgeradventsingen.at/) Im Wiener Rathaus wird jährlich ein internationales Adventssingen abgehalten: Wiener Adventzauber beim Internationalen Adventssingen im Wiener Rathaus. Termine: 25.11. bis 24.12.2011, jeweils am Freitag, Samstag, Sonn- und Feiertag, Uhrzeit: 15:30 bis 19:00 Uhr, am 24.12. bis 16.30 Uhr, Eintritt: frei. Das Kasperltheater der Kinderfreunde verkürzt die Wartezeit auf das Christkind. Termine: 25.11. bis 24.12.2011, jeweils Freitag, Samstag, Sonn- und Feiertag, Uhrzeit: 13.30 bis 14.00 Uhr und 14.30 bis 15.00 Uhr, Eintritt: frei (auch im Rathaus) Beim Weihnachtsbaum am Rathausplatz findet täglich von 20.00 bis 20.30 Uhr das Turmblasen im Advent statt. Zu Gast sind Bläserensembles aus ganz Österreich. Detaillierte Programme: http://www.christkindlmarkt.at Christbaum oder Weihnachtsbaum Der Christbaum ist einer der jüngsten Bräuche der Adventszeit. Seine Entstehung kann jedoch nicht genau festgelegt werden, vielmehr geht er aus mehreren Bräuchen hervor. Anfangs wurden Zimmer mit immergrünen Zweigen (als Symbol des Lebens) dekoriert, vielerorts wurden Bäume zu bestimmten öffentlichen Festlichkeiten geschmückt bzw. in Kirchen das Paradies-Spiel (nach Adam & Eva) während der Weihnachtszeit aufgeführt. Im Jahre 1419 stellte die Freiburger Bäckerschaft erstmals einen Baum mit Naschwerk, Früchten und Nüssen für die Kinder auf. Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte 1539 und belegt, dass im Straßburger Münster ein Weihnachtsbaum aufgestellt wurde. Im Jahre 1816 brachte Henriette von Nassau-Weilburg (Gattin von Erzherzog Karl, des Siegers von Aspern über Napoleon) den ersten Christbaum nach Österreich, als sie für ihr erstes Kind einen Baum mit 12 Kerzen (eine für jeden Monat), nach dem Brauch aus ihrer Heimat, schmückte. Damals konnten sich nur die begüterteren Schichten einen Christbaum leisten. Ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden vermehrt Wälder angelegt und somit konnte der Bedarf der städtischen Bevölkerung gedeckt werden. Heute wird großteils die Tanne, insbesondere die Nordmanntanne als Christbaum verwendet, da sie besonders haltbar ist und nur wenige Nadeln verliert. Auch Fichten, Föhren und künstliche Bäume werden heutzutage verwendet. Als Baumschmuck werden Christbaumkugeln, Süßigkeiten, Lametta, Kerzen, kleine Figuren aus diversen Materialien wie Strohsterne und noch vieles mehr verwendet. Auf der Christbaumspitze befindet sich meist ein Stern (Stern von Bethlehem) oder ein Engel. Weihnachtsbaumschmuck 1419 hatte die Freiburger Bäckerschaft erstmals einen Baum mit Naschwerk, Früchten und Nüssen behängt. 1605 wurden die Bäume von Handwerkerzünften mit Süßem und Äpfeln geschmückt. Die ersten Kerzen wurden 1611 von Herzogin Dorothea Sybille von Schlesien an einem Weihnachtsbaum angebracht. Christbaumkugeln wurden erstmals 1830 geblasen und zur Dekoration verwendet. Das erste Lametta wurde 1878 in Nürnberg als Ersatz für die Optik der glitzernden Eiszapfen erfunden und an die Bäume gehängt. Zusammengestellt von Viktória Molnár

 
DEUTSCHSPRACHIGER STAMMTISCH