2006. Mai

 

Lebendige Freundschaft


Ein Gespräch mit Barbara Friederich, Direktorin der Grundschule
Bergfelde und mit Katrin Hirsch, Stellvertretende Direktorin der
Kindertagestätte Bergfelde

Nach einem schönen Vormittag in der Gartenstädtischen Grundschule (Kertvárosi Általános Iskola) fragte ich Barbara Friederichs und Katrin Hirsch über ihre Erlebnisse, die sie während ihreres Aufenthaltes in Kiskunhalas verschafften.

M.V.: Sie haben in der Gartenstädtischen Grundschule mehrere Stunden - Deutsch und die Handwerksstunde - besucht. Wie hat Ihnen der Unterricht gefallen?
K.H.: Sehr gut. Die Schüler waren alle sehr diszipliniert, aber gleichzeitig waren sie auch sehr offen für Gäste. Unser Eindruck war sehr gut, Dank auch an die Lehrerinnen, da sie sich sehr viel bemühten.
M.V.: Haben Sie Unterschiede in der Lehrmethode bemerkt?
B.F.: Wir haben die Pädagogik auch so gelernt, wie es hier ausgeführt wurde. Bei uns hat in der letzten Zeit die moderne Pädagogik Einzug gehalten. Wir sind trotzdem der Meinung, dass man nicht vergessen darf, was früher gut war. Wir versuchen zu Hause beides anzuwenden.
M.V.: Was ist der nächster Schritt in Ihrer Partnerschaft mit der Gartenstädtischen Grundschule?
B.F.: Neben den Lesetagebüchern, die von unseren Schülern geschrieben wurden und hoffentlich für den Unterricht nützlich sind, haben wir englische Briefe mitgebracht, die von unseren Kindern an die ungarischen Schüler geschrieben wurden. Als nächster Schritt werden sie im Mai uns zurückschreiben. Im Sommer kommt eine größere Gruppe aus Bergfelde nach Balatonakali ins Ferienlager und im September kommen die Kiskunhalaser Kinder zu uns, um am Unterricht bei uns teilzunehmen, da der Fachaustausch sehr wichtig ist. Das nennen wir in Deutschland lebendige Freundschaft. Weiterhin werden wir versuchen gemeinsam an Europaprojekten teilzunehmen, damit wir gemeinsam Ergebnisse erreichen können.
K.H.: Wichtig ist, dass diese Zusammenarbeit nicht wieder einschläft. Partnerschaften sind sehr wichtig, da sie zur Toleranz erziehen. Ich halte es auch sehr wichtig, die privaten Kontakte zu pflegen. Wir treffen hier auf Freundschaft, wir meinen dasselbe, und das ist fantastisch. Genauso war es, als ich Frau Muntyán zum ersten Mal getroffen habe, da habe ich gleich bemerkt, wie ähnlich wir denken.
M.V.: Was werden Sie zu Hause erzählen?
B.F.: Ich war zum ersten Mal in Ungarn. Es war für mich sowohl privat, wie fachlich ein riesengroßes Erlebnis. Ich werde meinen Kollegen darüber sehr viel erzählen und hoffe, dass sie meine Begeisterung teilen können. Ich werde auch der Bürgermeisterin von dem Besuch berichten. Wir haben schon 4 Partnerstädte in Europa, aber keine in Ungarn. Sie kann sich entscheiden, ob sie im Interesse einer ungarischen Partnerschaft verhandeln möchte. Ich werde auch dem Bildungsministerium einen Antrag schreiben, da es solche Partnerschaftsbeziehungen fördert, vielleicht bekommen wir von ihm eine Unterstützung für unsere zukünftigen gemeinsamen Projekte.
V.M.