2006. Februar

 

Ein „cooler” Nachmittag im Badepalast

Mit einigen Freunden beschlossen wir kürzlich, die Freitagnachmittage von jetzt an - zumindest in den kälteren Monaten - der Entdeckung der Bäder in der Umgebung zu widmen. Als erste Station wurde die Stadt Szeged bestimmt - kaum eine Autostunde von unserem Wohnort entfernt. Hier befindet sich das Anna Bad, das wir bisher nur von außen bewundert hatten. Der 1896 erbaute Badepalast wurde vor zwei Jahren vollkommen renoviert und modernisiert. Unsere Begeisterung ob unserer Idee steckte auch andere Familien an, und so fuhren wir am Freitag mit drei Autos los.
Wir waren überzeugt, dass wir die Jüngsten im Bad sein würden - ein großer Irrtum wie sich schnell herausstellte. Bereits beim Eintreten bemerkten wir, dass die Jugend ebenso zahlreich vertreten war wie die ältere und mittlere Generation. Das Heilwasser wird zwar in erster Linie von älteren Badegästen genutzt, aber die Überraschungen der verschiedenen Becken sind für alle Altersklassen ein Erlebnis. Ja, Überraschung ist hier wirklich der passendste Ausdruck: hie und da schoss unvorhersehbar und urplötzlich ein Wasserstrahl aus dem Becken empor. Damit hatten die friedlich entspannt plätschernden Badegäste nicht gerechnet, die weiblichen unter ihnen stießen geschlossen spitze Schreie aus, die männlichen rangen nach dem Riesenschreck bleich und wortlos um Fassung. Dagegen wussten die Stammgäste ganz konkret, wohin sie sich im 34 - 35 Grad Celsius warmen Wasser setzen mussten, um die Massage dieser jähen Wasserstrahlen genießen zu können. Und die romantische Unterwasserbeleuchtung ließ ahnen, wie stimmungsvoll das Gebäude beim Nachtbaden sein musste.
Die Szegediner Perle des Bauwesens der K.u.K. Monarchie entwickelt durch ihre „Ideologie” einen ganz besonderen Zauber, dem auch wir verfielen. Anstatt als eine einzige große Badehalle wurden die Räumlichkeiten so geplant, dass die Badegäste auch in kleineren geschlossenen Gruppen oder sogar als Pärchen - ungestört vom Rest der Welt - die Dienstleistungen der Becken und anderer Einrichtungen genießen können. Es gibt Abteilungen für Patienten, die das Heilwasser aus Gesundheitsgründen benötigen. Für Familien stehen Wellnessbecken, Sprudelbecken sowie Familien- und Kinderbecken zur Verfügung. Einige von uns entdeckten auch die Saunen: Aromakabine, Infrakabine, Dampfkabine ... und dann der Sprung ins eiskalte Wasser!
Die Jungs gerieten auf der Suche nach dem Buffet unversehens in eine Wassergymnastikstunde. Der begeisterte Trainer stattete sie kurzerhand mit den speziellen Wasserhanteln aus und so nahmen sie, mehr oder weniger freiwillig, auch von diesem Programmangebot eine Kostprobe. Ganz schön anstrengend zeitweise, aber denen, die die Übungen aus Krankheitsgründen absolvieren, hilft’s ganz enorm, wie einige „Turner” begeistert bestätigten. Danach durften die Jungs endlich ihr wohlverdientes Bierchen trinken ...
In einem der Räume staunten wir über spezielle Badewannen. Die Patienten erhielten vom Fachpersonal Unterwassermassagen mit Wasserstrahl, offensichtlich ein „Lusterlebnis”, denn die Badewannen waren heiß begehrt und standen selten ungenutzt.
Viel zu schnell wurde es Abend. Wir mussten uns beeilen, denn für heute stand noch einen Kinobesuch an. Auf der Rückfahrt war Zeit, die gesammelten Eindrücke auszutauschen. Einige davon: „Habt ihr auch keinen Chlorgeruch gespürt?” „Nein, es gab da nämlich keinen Chlorgeruch!” „Es war angenehm, barfuß aus dem Becken auf den Boden hinauszutreten.” „Ja, da ist Fußbodenheizung im ganzen Gebäude.” „In diesem großen Palast gibt es enorm viele Sehenswürdigkeiten, allein die Becken und die Einrichtung sind einzigartig!” Allmählich wurde es still im Wagen, die anderen schliefen ein. Ich blieb alleine mit meinen Gedanken. Am nächsten Freitag also wieder ein Badbesuch. Vielleicht könnte das ja das Anna Bad in Szeged sein? Wie kann ich diese Gesellschaft nur am besten davon überzeugen???
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